Ich bin bereit für ein neues Jahr –  2024 zum Beispiel!
Ich bin bereit für ein neues Jahr – 2024 zum Beispiel!

Ich bin bereit für ein neues Jahr – 2024 zum Beispiel!

Die letzten Tage sind noch nie so langsam an mir vorbeigerast, wie alle anderen. Daran zeigt sich, dass das Ende naht und ein neues Jahr in den Startlöchern steht. Tausend tolle Toasts wurden ausgesprochen neben ewigem Gejammer und das alles besser werden soll. Was eigentlich?

Schauen wir auf das Jahr zurück. Für mich ist dieses Jahr eine echte Bremse gewesen und wie es so ist, wenn man auf der Bremse steht und man sich nicht bewegt, wandern die Kalorien in die Fettzellen und die Waage ist letztlich das einzige, was sich noch dreht. Kacke! An dieser Stelle geht es mir aber nicht ums Jammern, sondern um darüber nachzudenken, warum das in diesem Jahr so gelaufen ist. Der Plan war ein anderer, nämlich stabil das Gewicht zu halten trotz OPs. Dazwischen kam eine Pandemie, die alles auf den Kopf gestellt hat. Als Mensch mit einer verhaltensbedingten Essstörung steht man bei jedem Bruch der hart aufgebauten neuen Routine immer vor dem Risiko, dass man es nicht schafft. Neben vielen guten Tipps und (emotionalen) Support von Freund*innen, Kolleg*innen und dem Team der Adipositas-Ambulanz, wofür ich dankbar bin, spüre ich, wie hart Verhaltenskontrolle und Disziplin ist. Viele glauben, dass das Abnehmen viel Disziplin verlangt, aber die Zeit danach ist um längen schwerer (haha!).

Was hat Corona mit meinem Gewicht zu tun?

Die Welt spricht über Corona. Die Pandemie hat massive Auswirkungen und diese sind absolut furchtbar. Furchtbarer sind nur die Menschen, die unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit es am Ende auch noch verschlimmert haben. Die Todesfälle machen einem Angst und es ist noch nicht vorbei. Corona hat sich auf mein Leben ziemlich drastisch ausgewirkt. Die Lockdowns und Quarantänen haben, neben der Sorge an Covid-19 zu erkranken, mein Sportprogramm durcheinander gebracht. Die vielen Tage zu Hause haben mich meinen Kühlschrank belagern lassen. Zeitgleich habe ich enorm viel meiner emotionalen Stärke in die Führung meiner Beschäftigten investiert. Soziale Distanzen mussten überwunden werden. Als Führungskraft musste ich die Sorgen der vielen Kolleg*innen emphatisch annehmen und einen Rahmen schaffen, der sie und mich schützt und gute Arbeitsbedingungen schafft. Das habe ich mit viel Anerkennung und Wertschätzung geschafft und bin an dieser Stelle stolz auf mich. Flöten gegangen ist mir aber dadurch die Stärke, meine eigenen Bedürfnisse und Rituale zu pflegen, denn Führen ist anstrengend – emotional, kognitiv und auch körperlich. Nach dem ersten Lockdown ging es weiter mit Stress. Deadlines und enorm wichtige Projekte haben enorm viel Zeit beansprucht, sodass auch hier Training eher Nebensache wurde. Hinzu kommen zwei längere Zeiten ohne Sport bzw. wenig Bewegung bedingt durch beide Body-Lift-Operationen seit Dezember 2019. Auch hier hat der Bewegungsmangel trotz viel Disziplin zu einer dezenten Gewichtsentwicklung nach oben geführt. Und am Ende? Ein neuer Lockdown und das auch noch zu Weihnachten. Das bedeutet Dominosteinigung.

Ich will an keiner Stelle mein Problem – letztlich irgendwas bei 3-5 Kilo, die mich im Ergebnis stören – mit anderen Folgen von Corona vergleichen. Unser aller Leben hat sich verändert.

Entscheidend ist das Verhalten!

Ein wichtiger Marker für zu viel Stress ist die Waage. Wenn die Alarm schlägt, ist es aber zu spät. Dieses Jahr hat mir ziemlich deutlich gezeigt, dass ich zwei Jahre nach einer intensiven Verhaltenstherapie keines Weges ein Profi im Durchhalten bin. Die meisten meiner Strategien sind höchstens Vorlagen und Schablonen, die nicht immer in einen sich verändernden Alltag passen und genau das wird die große Aufgabe für 2021 sein. Wie können Menschen mit einer Verhaltensproblematik nach der Therapie das Gelernte modifizieren und weiter durchhalten? Mir ist natürlich bewusst, dass an dieser Stelle keine Schokolade auf jeden keine Schokolade bedeutet und die Grundregeln für das Gewicht halten quasi universelle Gültigkeit behalten. Die Herausforderung ist aber dabei ernsthaft dranzubleiben und den eigenen Akku nicht auf null zu fahren. Auswege und Hilfsmittel gibt es viele. Eines ist der Kitchen Safe, den ich schon vorgestellt habe. Das andere ist das Black Roll Set, welches ich endlich mit Fitnessbändern ergänzt habe.

Vorsätze? Setze dir liebe Ziele, smarte Ziele!

Das Ritual der guten Vorsätze hat mir noch nie gefallen. Als Führungskraft gedacht: die sind nicht smart. Damit Vorhaben klappen, müssen die Vorsätze spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert sein. Was an „ich will abnehmen“ ist jetzt smart? Genau! Deshalb lieber ein Ziel setzen, Parameter festlegen und kurz vor dem Erfolg das Ziel ein Stück hinausschieben, eine Schippe drauflegen. So klappt es auch. Also, wie wäre es damit: Vor jedem Black Roll Training im Januar springe ich ein bisschen Springseil. Ich habe noch keine Idee, wie viel ich schaffe, deswegen setze ich mir für den Anfang 2 Minute. Nach zwei Wochen prüfe ich, ob ich das auch länger schaffe.

In diesem Sinne! Prosit Neujahr.

Nachtrag (23.01.2021)

Springseil springen ist richtig Bockwurst! Ich hüpfe hier alle 2-3 Tage mit einem Springseil auf und ab und finde es blöd, irgendwie. Springseil springen ist eine enorme Herausforderung und ich muss sagen, dass habe ich etwas überschätzt. Es braucht Ausdauer, Kontrolle und Koordination und einen Platz, wo man Platz hat. Mein absoluter Tipp ist jedoch, sich Turnschuhe anzuziehen, denn das Seil klatscht kraftvoll gegen die Zehen. Aktuelles Warm-Up-Limit: 3 Minuten.

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